5 Monate HIV-Diagnose: Was hat sich verändert?

In Allgemein by nicnackeLeave a Comment

Am 15.12.2015 – in 5 Tagen – sind 5 Monate vergangen seit ich von defenetive Ergebnis bekommen habe, dass ich HIV-positiv bin. Was hat sich seitdem verändert? Eigentlich nichts – fast nichts. Ich nehme jetzt jeden Morgen 3 Tabletten (zurzeit sind es noch 4 wegen der Lungenentzündung die ich hatte). Am Anfang der Antiretroviralen Therapie war ich erst alle 2 Wochen und die letzten Male einmal im Monat beim Arzt. Und es wird noch weniger. Die häufigen Arztbesuche waren wegen meiner Lungenentzündung, die mich 3 Wochen ins Krankenhaus gebracht hat, und weil geschaut werden musste ob die Medikamente gegen die HI-Viren wirken.

Aber außer den Arztbesuchen und den Medikamenten hat sich nichts verändert. Ich gehe ganz normal arbeiten, gehe normal einkaufen. Ich mache all die Dinge, die ich vorher auch schon getan habe, ganz normal weiter.

Sex mit anderen hatte ich vorher schon lange keinen, weil ich wegen der Arbeit und der ständigen Pendelei zwischen Hamburg (hier habe ich in der Woche gearbeitet) und Berlin (hier wohne ich) nicht dazu gekommen bin. An meinem Mastrubationsverhalten hat sich nichts geändert.

Ich denke auch schon wieder über richtigen Sex nach, auch ungeschützten. Ja, trotz meiner „Erfahrung“ würde ich auch wieder ungeschützten Sex haben. Und damit bin ich nicht der einzige (Beispiel: Facebookinitiativ: „Wir machen’s ohne, SaferSex durch Therapie). Ich stehe auf sogenannten „Bareback“-Sex – und dazu stehe ich. Allerdings habe ich mich dazu entschieden erst wieder Sex mit anderen zu haben, wenn meine Viruslast unter der Nachweisgrenze bin und nicht mehr Gefahr laufe jemanden anzustecken.

 

Es ist allerdings eine Last von mir abgefallen. Wie in meinem Brief an die HI-Viren geschrieben, habe ich lange geahnt HIV-positiv zu sein. Diese Ungewissheit ist jetzt weg und belastet nicht mehr.

Und im alltäglichen Leben Denke ich schon mal nach, wie würde die Kassiererin vor mir an der Kasse reagieren, wenn Sie von meiner Infektion wüsste? Wie würden die Arbeitskollegen reagieren? Bisher habe ich im Internet und im realen Leben nur positive Reaktionen erlebt. Aber der negative Shitstorm, wie z.B. beim Teilzeitvlogger, wird bestimmt auch noch kommen. Und darauf muss ich mich vorbereiten. Denn ich bin ein sensibler Mensch der sich solche negativen Bemerkungen schon mal gerne zu Herzen nimmt. Vor allem wenn sie richtig persönlich sind.

 

Hintergrund (Kalender) des Beitragsbildes: by Andreas Hermsdorf – pixelio.de